René Acht. Lyrisch – Konkret.

Ausstellung Kunstmuseum Singen | 10.10.2021 – 09.01.2022

RENÉ ACHT. LYRISCH – KONKRET.

Rahmenprogramm zur Ausstellung
René Acht (1920-1998): o. T. (Teilung), 1981
Dispersion auf Leinwand, 80 x 80 cm
Aargauer Kunsthaus, Aarau; Foto: Bernhard Strauss, Freiburg
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Auf den ersten Blick könnten die Gegensätze im Werk des deutsch-schweizer Malers, Graphikers und Plastikers René Acht (Basel 1920 – 1998 Herbolzheim) größer nicht sein. Als Vertreter des Informel wurde er in den 1950er Jahren in der Schweiz, in Deutschland, aber auch in Frankreich bekannt; auf der documenta II und der 5. Biennale von Sao Paulo war René Acht mit Werken vertreten. Schon damals suchte der Maler nach einer Balance zwischen dem rein Gestischen und der gestalteten Form.

In den sechziger Jahren wandte er sich einer reduzierten, konkret-konstruktiven Bildsprache zu. 1967/68 folgen die Scherenschnitte aus schwarzem Fotokarton – eine Gattung, die das späte Werk des ab 1972 in Freiburg lebenden Künstlers bestimmte.

René Acht (1920-1998): o.T., 1995-1997
Acryl auf Leinwand; 160 x 120 cm
Kunstmuseum Singen; Foto: Bernhard Strauss, Freiburg
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Was in der Zeit wie ein radikaler Bruch wirken musste, steht heute – insbesondere was die zentrale Werkgruppe Figur: HAUS im Raum anbetrifft – für eine Dialektik, in der sich west-östliche Weisheitslehren begegnen, unterschiedlichste künstlerische Ansätze in einen eigenständigen Personalstil überführt und geometrische Grundformen in eine komplexe Welt der Zeichen verwandelt wurden. René Acht selbst benannte seine Haltung, mit der er die Dreiheit Körper – Seele – Geist im Menschen auszuloten suchte, mit dem Gegensatzpaar lyrisch-konkret.

René Acht (1920-1998): Offenes Haus, 1970
Scherenschnitt, 100 x 70 cm
Kunstmuseum Singen; Foto: Bernhard Strauss, Freiburg
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Die Ausstellung im Kunstmuseum Singen spannt den Bogen von frühen Anfängen, die Achts Auseinandersetzung mit der französischen Moderne und Julius Bissier zeigen, bis zu den Kubus-Kreuz-Form-Faltungen der späten Jahre. Eine Wiederentdeckung des ›ganzen‹ René Acht soll möglich werden. Gezeigt werden rund 160 Gemälde, Gouachen, Zeichnungen, Scherenschnitte und Plastiken aus allen Werkphasen.

Ausstellung und Katalog sind das Ergebnis mehrjähriger Forschungsarbeit, zu der sich der Nachlass René Acht (Bärbel Acht und Andreas H.H. Suberg), das Wilhelm- Hack Museum Ludwigshafen, das Aargauer Kunsthaus Aarau und das Kunstmuseum Singen anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers zusammengeschlossen haben. Das Kunstmuseum Singen dankt dem Nachlass für eine großzügige Schenkung an Werken von René Acht.