Hinkelstein 71 | 05.04.2026 | Ein Funken Hoffnung

Hinkelstein: | 05.04.2026 | Hinkelstein an Ostern 2026

Liebe kunstportal-baden-württemberg-Leserinnen und Leser,

[ die im letzten – Hinkelstein 70 | 22.03.2026 | Die Zukunft wird nicht abgesagt – versprochene Fortsetzung haben wir aus aktuellem Anlass verschoben auf den Sonntag in zwei Wochen – dann also als Hinkelstein Nr. 72 ]

Bild oben: Christa Kress: Der Neue, 2004/05; 100 x 80cm,Öl auf Leinwand | © Christa Kress, VG Bildkunst Bonn 2026

an diesem Sonntag, Oster-Sonntag, wünschen wir Ihnen allen zuerst einmal einen wunderbaren Tag und eine gute Oster-Zeit.

Licht, Hoffnung, ernste und gleichzeitig leichte, hymnisch-schwebende Musik, Besinnung und Transzendenz stehen im Raum für uns Kunstfreunde, ganz unabhängig davon, ob wir nun religiös sind oder nicht.
Dazu empfehlen wir erneut, alt und unverstaubt: Barclay James Harvest – Hymn

Auf der Suche nach einem guten, nach dem richtigen Titelbild für heute denke ich an die Künstlerin Christa Kress, die, damals von der Musik, von der Oper her kommend, in der Bildenden Kunst als Malerin, eine zweite Heimat gefunden hat, in der sie die aus der Musik sozusagen “vertraute“ Transzendenz wieder gefunden hat.
Bei Christa Kress (in meinem Künstlerporträt von 2007: Eintauchen in die Weite des Seins – über Christa Kress († Juli 2017)) fand ich nun das richtige Bild für heute (s.o.) – und auch, so denke ich, passende Gedanken für den heutigen Tag: Im Porträt-Text hatten wir den damaligen, den deutschen Papst zitiert, Benedikt XVI, Theologe und gleichzeitig ein brillanter und hochgebildeter Philosoph: In seiner Enzyklika über die Hoffnung schrieb er damals:

Wir können nur versuchen, aus der Zeitlichkeit, in der wir gefangen sind, herauszudenken und zu ahnen, dass Ewigkeit nicht eine immer weitergehende Abfolge von Kalendertagen ist, sondern etwas wie der erfüllte Augenblick, in dem uns das Ganze umfängt und wir das Ganze umfangen…
(zitiert aus der FAZ vom 01.12.2007, Seite 8)

Ewigkeit, Hoffnung, Transzendenz, Memento mori – alles sehr ernst (!?). Ja, manchmal ist es eben so. Für mich persönlich aus einem aktuell konkreten Anlass:
Im Dezember 2025 starb ein guter Freund, der Karlsruher Künstler Rolf Schindler. Im Juni 2026 wird es posthum noch eine Ausstellung (im Kunstverein Rastatt geben) und dazu einen Katalog. Ich durfte dazu den Katalogbeitrag schreiben und möchte diesen, da er sehr gut in unsere Hinkelstein Thematik passt, hier als Hinkelstein Nr. 71 vorab publizieren:

Bild oben: Rolf Schindler in seinem Atelier; Foto: Günther Lehnert, BNN

Beim Texten wurde mir bewußt, wie erfrischend – oder auch wie erschreckend – aktuell Rolf Schindlers Kunst gerade heute ist und wie sehr sie auch prägend und bewegend war für mein eigenes Weltbild, das ich ja, wie Sie wissen, hier im Hinkelstein immer wieder/ immer weiter ausbreite.

Bild oben: Rolf Schindler: aus der Serie „Greasy little Still Lives“; Lack, Caparol, Materialcollagen | © Rolf Schindler, VG Bildkunst Bonn 2026

Ein Funken Hoffnung

Uns | verloren?“ war 2011 der Titel unseres Künstlerporträts über Rolf Schindler. Mehr noch als damals erscheinen mir Rolf Schindlers Werke heute als visionär, insofern gleichzeitig als zeitlos wahr.
Es geht hier nicht um “Befindlichkeiten“, etwa um ein “Sich hilflos, sich verloren fühlen“, was dann etwa in einer Therapiegruppe ewig lange diskutiert werden könnte. Nein: Rolf Schindler erzählt uns, hier durchaus ähnlich Franz Kafka, aus der, aus unserer Wirklichkeit, in der wir zunehmend verloren sind.
Nur die Kunst vermag es, uns diese Wirklichkeit, die wir durchaus spüren und wissen, aber nicht sehen können, auf einer Metaebene zu vermitteln.

So lassen uns Rolf Schindlers oft großformatige Arbeiten zunächst sehr alleine zurück – nicht aber in einer Leere, sondern in einer früher unvorstellbaren Überfülle: zugeschüttet von Bildern und anderen medialen Eindrücken, Informationen, Desinformationen, News und Fake-News und Werbemüll, der jedoch in keine Tonne passt, sondern uns den Kopf brutal zu füllen versucht, so dass uns selbst kein Raum mehr bleibt. Sind wir noch wir selbst (und was bedeutete dies?) oder nur Avatare; sind wir Gehirne im Tank (Hilary S. Putnam) einer höheren Zivilisation; ein Experiment der KI (Die Matrix), die vielleicht schon längst (schon immer?) schon über uns herrscht?

Bild rechts: Rolf Schindler: Zeichnung
© Rolf Schindler, VG Bildkunst Bonn 2026

Rolf Schindler erzählt uns von einer Welt, in der für die Seele kein Platz mehr ist.
Dystopisch? Allemal ja.Doch Rolf Schindler hat dialektisch gedacht: Sein Werk zeigt uns: solange die Kunst es vermag, uns den Seelen-Zustand unserer Kultur sichtbar zu machen, solange bleibt uns noch

Ein Funken Hoffnung

Die guten Nachrichten im kunstportal-bw am Sonntag, dem 05.04.2026:

Neu am 05. April 2026: | Künstler: | Kunstwettbewerbe und Ausschreibungen für KünstlerKünstlergilde Buslat e.V. | Kunstwettbewerb 2026 | „Metamorphose“
Neu am 05. April 2026: | Künstler: | April 2026: Neues Kunstvermittlerinnen-Porträt: Constanze Raach – Künstlerin und Kunstvermittlerin
Neu am 05. April 2026: | Künstler: | 16.04. – 06.06.2026 | Vera Leutloff: | Galerie Reinhold Maas, Reutlingen  | Vernissage 16.04.2026; 19 Uhr: | Vera Leutloff: Écriture
Neu am 05. April 2026: | Museum und Galerie Engen | 19.09. – 29.11.2026 | Barbara Ehrmann – dem Meeresgrund lauschen _ water spirits
Neu am 05. April 2026: | Kunsthalle Baden-Baden | 13.02. – 10.05.2026: | Katharina Wulff – Arabesken in Arabesken |
Gespräche zur Ausstellung: | 17.04.2026: | Artist Talk mit Katharina Wulff und Anke Kempkes
Neu am 05. April 2026: | Newsletter Hinkelstein: | Hinkelstein Nr. 71 am 22.03.2026: | Ein Funken Hoffnung