Susanne Scholz im Internet: | Susanne Scholz Malerei
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Doppelporträt über Susanne Scholz:
Jürgen Linde zur Malerei von Susanne Scholz: „das Ganze umfangen“
Susanne Scholz selbst zu ihrer zeichnerischen Arbeit: „Augenspiegel großer Persönlichkeiten„

Bild links: Susanne Scholz: Augustinus, 2025
20 x 28,9 cm, Bleistift auf Papier
Hinführung „AUGENSPIEGEL“ großer Persönlichkeiten
Die Serie „Augenspiegel“ zeigt Porträts ausgesuchter Persönlichkeiten, die für mich, im wahrsten Sinne des Wortes, in meinem Leben signifikant und wichtig sind und waren. Es ist mir ein großes Fest, mich auf diese Art und Weise bei einigen jener Personen bedanken zu dürfen, die meinen Glauben erweitert und vertieft haben.
Die Realisation des jeweils gegebenen Guten wurde diesen Menschen aber nicht gleichsam fertig aufgetischt, sondern sie mussten dies oft unter schwierigsten Bedingungen sich erkämpfen, dafür leiden oder gar sterben. Ihre Worte, Gedanken, ihr Durch-blick gaben und geben mir eine Richtschnur im Glauben. Ihr Denken offenbart mir ein Surrogat an Geistlichkeit, die mich aufbaut, mir Freude schenkt , mein Leben heller macht.
In den Augen dieser Menschen wohnt ein Leuchten, welches Christi Liebe vermittelt. Kirche wird hier konkret, vor-bildlich.
Diese Seelen laden ein in den Garten der Seele Christi. Es sind Psychagogen, die im Wirrwarr der Krisen der Zeiten zeitlos Wahres entgegensetzen und so zu Entscheidungen motivieren, um aus einer Krise zu kommen. Sie strahlen die Gewissheit im Letzten aus, welche die Gelassenheit im Vorletzten erzeugt, mit Romano Guardini gesprochen. Sie erzählen authentisch und unmaskiert von der Wahrheit, die nicht von dieser Welt ist.
In unserer Welt wird immer mehr mit Täuschung, KI, Kosmetik und Effekten gearbeitet und präsentiert, eine Show inszeniert, die dem Menschen letztlich nicht dient. Das lässt die Menschen im Grunde allein, einsam sein, bzw. täuscht eine gemachte Welt vor, die besser zu sein scheint, jedoch verführt.
Der Mensch bleibt Mensch und braucht Gott. Er kann sich nicht zu Gott machen, selbst wenn mancher sich dieser Illusion hingibt.
Alle Porträtierten haben eines gemeinsam: ihre ganz persönliche Beziehung zu Gott. Es sind innengeleitete Menschen, die in ihrem Lebensweg die Liebe Gottes wahrgenommen , aufgegriffen und weitergegeben haben und weitergeben, in Wort und Werk, im Sein.

Bild rechts: Susanne Scholz: Leo XIV., 2025;
20,3x 31,5cm, Bleistift auf Papier,
Es gäbe wahrhaft unzählig weitere bekannte und unbekannte Personen, auch aus meinem Umfeld.
In einer Zeit, in der das Lästern und Beschimpfen tatsächlich salonfähig geworden ist, auch häufig über die Kirche, seien eben diese Vor-bilder angeführt, die aufrichtig und entschieden ihren Blick auf Gott richten. Diese Menschen sind Kirche, Tempel des Heiligen Geistes, der zu uns spricht , uns an-spricht.
In dieser von mir gezeichneten Serie „Augenspiegel“ möchte ich im Sinne von Albrecht Dürer Menschen darstellen, die im Sichtbaren das ausströmen, was sie im Geiste von Gott empfangen haben.
Das Leitthema meiner Malerei stellt Spiegelungen des Lichtes auf dem Wasser dar. Erweiternd dazu sei das „Augenspiegel“- Thema eine Umsetzung der künstlerischen Darstellung des „Lichtes in der Gegenwart“ im Menschen.
Im Hebräischen gibt es dasselbe Wort für Brunnen und Auge, d.h. in einem Brunnen kann sich der Himmel spiegeln, eben wie auch in den Augen von Menschen, die sich am Licht und der Liebe des himmlischen Gottes erfreuen.
Bei Albrecht Dürer bleibt der Mensch in seiner Beseeltheit und Schönheit immer ein Rätsel; die gemalten oder gezeichneten Porträts sind immer nur Annäherungen, so sagt es auch der berühmteste Maler in Europa Michael Triegel, so Paul Badde. Letztes Jahr durfte ich neben wenigen ausgesuchten Künstlerinnen, während eines Porträtmeisterkurses Michael Triegel kennenlernen. Er hat mir sehr viel von seinem profunden Wissen und Können mitgegeben .
Die gesehene Realität zu transportieren in die Zweidimensionalität der Fläche ist mir schon beim Malen und Zeichnen von Wasserspiegelungen maßgebend gewesen.
„Darum sieh fleißig an, richt dich darnach
und geh nit von der Natur nach deinem Gutdünken!“
Ein Satz von A. Dürer , der für viele zum Leitspruch geworden ist, ein Bewusstsein, das seit dem Mittelalter oder auch schon vorher dem Menschen zur Wahrheit in und durch die Realität verhalf. Der Mensch solle sich so seines Wertes bewusst werden. Dürer wollte mit seinen Porträts der angstgeschüttelten Menschheit einen Spiegel vorhalten, das war seine Mission. Er verunähnlicht sich selbst durch Kleidung, Haartracht, etc. in seinem Vera Icona – Bild, um die Messiasähnlichkeit aus dem Weg zu räumen.Vielmehr zeigt er: Durch Gott ist der Mensch bei sich selbst und wahrhaft er selbst in seiner gottgeschenkten Würde.
Das Augenmerk beim Zeichnen der Porträts mit Bleistift auf Papier lag auf dem Finden des authentischen Blicks der Augen dieser Persönlichkeiten im Blick auf das geliebte Du des Gegenüberseienden, auf Jesus Christus.
Dieses Thema als Frucht der mystischen Liebesbeziehung zu Gott ist auch im talmudischen Judentum von großer Bedeutung, wo das „ayin tovah“ als „gutes Auge“ bezeichnet wird; Ebenso im mystischen Islam, wo das „gute Auge“ als „Auge des Herzens“ geübt wird.
Im Christentum leuchtet die Liebe als das größte und zentrale Thema, das durch Jesus Christus in die Welt kam, zu den Menschen als Offenbarung des Sohnes Gottes, der den göttlichen Willen gelebt und die Erlösung des Menschen bis zum Kreuz und seiner Auferstehung für alle Zeiten geschenkt hat. Der betende Christ darf in Freundschaft mit ihm verbunden sein, ihn mystisch erfahren und ihm begegnen, privat und in der Kirche in Sakramenten, der Liturgie, in der Kunst, in der Musik, etc.. Das Erhebende und Erfüllende im Tun an Schwachen, Bedürftigen schenkt die empfangene Liebe weiter .Im Glauben beseelt strahlt dieses Geschöpf Gottes von innen mit den Augen diese überirdische Liebe und Freude aus.
Das Christentum weiß um die Wahrheit des Blicks, veranschaulicht in der Erzählung vom Jüngling, der sich Jesus als Unbekannter nähert, aber sofort von ihm erkannt wird. Jesus sagt über Nathanael: „Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit“, siehe Joh 1,47 -51.
Die Augen des Herzens sind für die Weisheit geschaffen. Sie blicken gleichsam in das Innere des Anderen. Und in dieser Berührung wäre auch Gott zu finden, schreibt auch Jan Grossbarth in DIE WELT, vom 13. November 2025.
“Es ist ein Blick, der eingebettet ist in das mir nahestehende Leben, näherstehend als alle Wissenschaften. Das eigentliche Ethos dieser Weltanschauung besteht in der Lauterkeit des Blicks. Es muss ein glutvoller Blick sein, doch getragen von einer schauenden Glut, nicht einer Glut des Tuns, denn diese trübt; nur die Glut des Schauens, der Liebe ist klar.“(Erlangen 2012).

Bild rechts: Susanne Scholz: Romano Guardini, 2026; Bleistift auf Papier, 24,5 x 19 cm
Die Welt mit den Augen Gottes zu betrachten ist die Bitte und das Credo des großen Lehrers Romano Guardini. Über die Lauterkeit des Blicks führt Frau Professor Dr. Hanna- Barbara Gerl-Falkowitz im gleichnamigen Buch zu Romano Guardini an:
“Es ist ein Blick, der eingebettet ist in das mir nahestehende Leben, näherstehend als alle Wissenschaften. Das eigentliche Ethos dieser Weltanschauung besteht in der Lauterkeit des Blicks. Es muss ein glutvoller Blick sein, doch getragen von einer schauenden Glut, nicht einer Glut des Tuns, denn diese trübt; nur die Glut des Schauens, der Liebe ist klar.“(Erlangen 2012).
Raniero Cantalamessa hebt in seinem Buch „Die Kirche lieben“ eine wichtige Formel- ecclesia vel anima- hervor, folgend dem Satz des Ambrosius von Mailand „Die Kirche ist schön in den Seelen“. Kirche ist so überall auffindbar. Die Schönheit der Kirche ist die Gnade, die liebende Begegnung mit Gott, aus welcher die Kirche lebt und wirkt. Wer aber die Kirche nur von außen betrachtet und meint beurteilen zu können, der sieht nur dunkles Glas oder Gemäuer. Von innen leuchten Fenster in wundersamem Licht ,Bilder, Skulpturen, die Stille, wie auch Klänge, wie auch die Strenge einer schlichten Kirche: sie sind geweihter Kraftort des Gebetes, voll mystischer Tiefe.Die Symbole wie etwa des Weihwassers, der Tabernakel, die Sakramente, die Liturgie, der Priester u.v.a.m. hüten zu dem die Gegenwart Gottes , der wir uns in Ehrfurcht und Respekt nahen dürfen.
Alle Schönheit der Königstochter kommt von innen (omnis gloria filiae regis ab intus), übereinstimmend auf Maria und die Kirche bezogen, lässt R.Cantalamessa Augustinus über die Psalmen sprechen.
Die Porträts sind mit Bleistift auf Papier von ausgesuchten Fotos abgezeichnet. Der Hintergrund ist in verschiedenen Graustufen gehalten und ist schmal; der Schwerpunkt liegt auf der Gesichtslandschaft und vor allem auf dem stimmigen Ausdruck der Augen.
Die realitätsnahe Dreidimensionalität wird durch das Schwarz – Weiß und durch entsprechende Grauvaleurs herausmodelliert, schichtweise aufgetragen. Es verlangt oben erwähntes, genauestes Hinschauen in Millimeterarbeit. Die Augen hab ich bewusst etwas größer werden lassen, göttliche Liebe spiegelnd im Hier und Jetzt.
Meinen eigenen Blick übe ich täglich im Anschauen und Beten zum Volto Santo, dem Bild unseres auferstandenen Herrn Jesus Christus, von welchem ein Duplikat in unserem Hause und unserem Herzen „wohnt“.
Beim Zeichnen einer Person ist es mir ein großer Moment, wenn mich der Gezeichnete plötzlich anblickt und anspricht, gleichsam wie bei einer Ikone.
Bernhard Müller sei für die Möglichkeit der Präsentation im Vatikan- Magazin der von mir gezeichneten Persönlichkeiten aufrichtigst gedankt.