Hinkelstein 78 | 12.07.2026 | Abgründe – Gedanken-Anflüge

Hinkelstein: | Nr. 78 am 12.07.2026 | Gedanken-Anflüge: Krieg

Liebe kunstportal-baden-württemberg-Leserinnen und Leser,

Als der Krieg begann, bin ich geflüchtet, glaubte, keine andere Wahl zu haben.
Nun, da die Waffen schweigen, komme ich zurück
und spüre:
der Krieg hat nicht aufgehört.
er wird nie aufhören.

Bild links: Tanja Pohl: | „Vorstadt“, 2010+24 – Öl, Assemblage auf Jute – 100 x 80 cm

Gestern Abend habe ich wieder einmal einer meiner Lieblingsfilme gesehen – Abyss (1989) – Hier der Link zum offiziellen Trailer des Films,den ich unbedingt empfehle – von James Cameron. Der berühmte und sehr erfolgreiche Regie-Künstler erzählt, wie es sich für Hollywood ja auch gehört und wie wir es also erwarten, von einer politischen Krise mit Atomkriegsgefahr und einer Liebesgeschichte – natürlich, das ist Hollywood, das ist der Hollywood-Star James Cameron,

Und er erzählt, das ist der Künstler James Cameron, von der denkbaren Möglichkeit des Friedens.

Im Film The Abyss retten – menschenfreundliche (!) Aliens – die Erde vor dem 3. Weltkrieg; eine wunderschöne Geschichte…

Kein Film, auch kein Hinkelstein ohne Musik: Da Abyss unter Wasser spielt, fällt mir ein anderer Film ein – „Das Boot“ von Wolfgang Petersen – und der Rapper Samy Deluxe hat die tolle „Das-Boot-Filmmusik“ (von Klaus Doldinger) adaptiert für ein Märchen, das er rappt: MTV Unplugged

Und James Cameron, der auch das Abyss-Drehbuch geschrieben hat, erzählt tatsächlich – und das ist nicht Hollywood, das ist nicht Politik, sondern das ist Kunst
die Geschichte hinter der Geschichte:
Krieg beginnt nicht, sondern Krieg geht weiter.
Krieg, das sind wir Menschen.

Der Film Abyss hatte den deutschen Untertitel: Abgrund des Todes.
Tatsächlich aber, das können wir nachlesen bei Nietzsche: wer zu lange in einen Abgrund schaut, wird selbst zum Abgrund“. Müsste es vielleicht besser heissen: Abgründe des Menschseins?

Auch die späteren Werke von James Cameron (Terminator, Titanic …) – und „Avatar für eine ganze Weile der erfolgreichste Film „aller Zeiten“- können wir lesen als Märchen im allerbesten Sinne. Sie erzählen uns von dem, was denkbar ist.
Imagination ist ein wesentlicher Teil der Kunst. Darauf komme ich vielleicht auch, weil unser Künstlerinnen-Porträt über Tanja Pohl, von der das oben gezeigte Bild ist, eben diesen Titel hat: „Imagination“ Auch dieses Bild, so empfinde ich dies, erzählt von der Überkomplexität und von den Abgründen unseres Menschseins.

Beim Stichwort Krieg denken sicher die meisten von uns an einen „konventionellen“ Krieg mit Panzern und Soldaten und Frontlinien und wir vielen Baby-Boomer, die wir noch keinen realen Krieg erleben mußten, haben Bilder vor Augen aus vielen Filmen. Und aktuelle Bilder aus der Ukraine und Nahost …und, und und..

Angesichts der vielen aktuellen „Krisenherde“ halten sehr viele Menschen den baldigen 3. Weltkrieg für gut möglich oder gar wahrscheinlich.

Fragen wir also Chat-GPT: wie wahrscheinlich ist der WK3?

+++++++++++++++++++++++++++Text von Chat-GPT +++++++++++++++++++++++++++
Die kurze Antwort lautet: Niemand kann seriös eine belastbare Wahrscheinlichkeit angeben. Ein Dritter Weltkrieg ist möglich, aber es gibt keine wissenschaftlich anerkannte Prozentzahl dafür.
Derzeit spielen sowohl risikoerhöhende als auch risikobegrenzende Faktoren eine Rolle:
Risikoerhöhend:
– der Krieg Russlands gegen die Ukraine,
– Spannungen zwischen China und Taiwan,
– Konflikte im Nahen Osten
– zunehmende Rivalität zwischen Großmächten und Aufrüstung.

Risikobegrenzend:
– Atommächte wissen, dass ein direkter Krieg enorme Folgen hätte (gegenseitige Abschreckung),
– Staaten versuchen häufig, direkte Konfrontationen zu vermeiden und Konflikte über Stellvertreter oder Diplomatie zu begrenzen,
– wirtschaftliche und politische Verflechtungen erhöhen die Kosten eines großen Krieges.

Es gibt allerdings Umfragen unter Sicherheits- und Außenpolitikexperten, in denen ein erheblicher Teil einen großen Krieg innerhalb der nächsten zehn Jahre für möglich hält. Solche Umfragen spiegeln Einschätzungen, keine objektiven Wahrscheinlichkeiten, wider.
+++++++++++++++++++++++++++ Ende des Texts von Chat-GPT +++++++++++++++++++++++++++

Chat-GPT informiert uns also, wie gewohnt, sehr aufgeräumt und mit angemessener Distanz.

Eine Distanz, die ich nicht habe; also frage ich noch bei Google nach „Kafka und der Krieg“:
Am 31. Juli (1914; Anm.d.Red.) schreibt Kafka in sein Tagebuch: „Ich habe keine Zeit. Es ist allgemeine Mobilisierung. […] Aber schreiben werde ich trotz alledem, unbedingt, es ist mein Kampf um die Selbsterhaltung.“ Betont man, was nahe liegt, im letzten Satz „mein“, dann besagt er folgendes: ,Während Österreich um seine Selbsterhaltung kämpft, kämpfe ich um meine. Und meinen Kampf führe ich schreibend.“

Den Hinkelstein 78 beende ich entsprechend ermutigend:
trotz alledem ist sicher

Kunst geht weiter

Dies beweisen nicht zuletzt unsere guten Nachrichten aus der Kunst, heute am Sonntag, dem 12. Juli 2026:

Neu am 12. Juli 2026: Künstler | 20.07. – 25.10.2026 | Jo Winter, Mehmet Cavdar, Albert Giese | Living Museum Alb | Vernissage 19.07.2026; 11 Uhr: | „Kraftwerke“
Neu am 12. Juli 2026: Museum im Kleihues-Bau Kornwestheim | 25.07.2026  (verlängert) – 04.04.2027 | Vernissage 24.07.2026; 19 Uhr: | „Reiner Michelfelder – ars dynografia“
Neu am 12. Juli 2026: | Newsletter Hinkelstein:  | Hinkelstein 78 | 12.07.2026 | Abgründe – Gedanken-Anflüge