14. Kunstdorf Unterjesingen. Motto: ist das schön

Boris Petrovsky,  Leo Staigle u.v.a. | 22. und 23. Juni 2024

Veranstalter / Veranstaltungsort: | Kunstdorf Unterjesingen | Untere Straße 11 | 72070 Tübingen
22. + 23. Juni 2024 | Sa: 15 – 21 Uhr; So: 11 – 19 Uhr

„ist das schön“ lautet der Titel der hochkarätigen Ausstellung, die das Organisationsteam des 14. Kunstdorfs Unterjesingen im historischen Dorfkern veranstaltet. Dreizehn renommierte Künstlerinnen und Künstler der zeitgenössischen Kunstszene aus Baden-Württemberg, Hessen, Belgien und den Niederlanden werden in alten Scheunen, Werkstätten, Ställen, dem Bürgerstüble, dem Keltern Museum und dem alten Rathaus ihre Werke zeigen.

Bild oben: Leo Staigle: Ohne Titel, 2024,  © Künstler, VG Bildkunst Bonn, 2024

Was ist „schön“? Jede/r kennt das Wort. Es steht für unsere Fähigkeit und unser Bedürfnis, etwas als schön zu empfinden. Was wir schön finden, bewegt uns. Entsprechend inflationär wird das Wort verwendet. Von der Werbung kommerzialisiert, zum Schönheitswahn gesteigert, zum Kitsch degradiert und als Folge davon mit Misstrauen beäugt – müssen wir lernen, das Schöne neu zu sehen? Mit Leben zu erfüllen? Dafür empfänglich zu werden? Gehört zum Schönen die Spannung, der Bruch, das Unvollkommene? Das Hässliche, ohne das es nicht denkbar wäre? Die Vergänglichkeit, angesichts derer die Rose noch schöner erscheint?

Die Ausstellung will mit ihrem offenen Titel – Frage oder Feststellung – zum Nachdenken darüber anregen. Die dreizehn Kunstschaffenden, die das Kunstdorf 2024 gestalten, stellen eigens für dieses Thema eine Auswahl ihrer Werke zusammen oder schaffen eine Performance, die so nur am 22. und 23. Juni in Unterjesingen zu sehen sein wird. Sie greifen das Thema in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Skulptur, Video, Installation und Fotografie auf und zeigen, wie abwechslungsreich man sich inhaltlich und stilistisch damit auseinandersetzen kann. Als Kulisse dient das traditionsreiche Weindorf Unterjesingen mit seinen altehrwürdigen Fachwerkhäusern, Scheunen, Werkstätten, dem Rathaus und dem Farrenstall.

Die Ausstellungsräume werden von den Bewohnern der Unteren Straße zur Verfügung gestellt. Kunst wird aus dem geschlossenen Raum der Museen und Galerien herausgetragen und für jedermann sinnlich erfahrbar. Kunst steht in der Scheune, im idyllischen Hinterhof. Sie kommt dorthin, wo die Menschen leben. Die Künstlerinnen und Künstler sind an beiden Ausstellungstagen anwesend und laden zu Gesprächen über ihr künstlerisches Schaffen ein. Diese einzigartige Atmosphäre ist es auch, die zahlreiche Besucher aus nah und fern anzieht. „Wir werden die Ausstellung auch 2024 für alle Beteiligten, die Gemeinde und die Bewohner des Umlandes und weit darüber hinaus wieder zu einer Attraktion machen. Soweit wir wissen, gibt es in Baden-Württemberg in dieser Ausführung, Form und Qualität nichts Vergleichbares“, so die OrganisatorInnen. „Documenta auf dem Dorf“ wird das Kunstdorf mittlerweile liebevoll in der Presse genannt.

Zur Eröffnung am Samstag, den 22. Juni um 14 Uhr wird Julia Berghoff vom Kunstverein Reutlingen in das Thema einführen und einen Ausblick auf die Künstlerinnen und Künstler und ihre Werke geben.
Weitere Redner-/innen sind Bürgermeisterin für Soziales, Ordnung und Kultur, Dr. Gundula Schäfer-Vogel (Universitätsstadt Tübingen), N.N. (Sponsoren), Michael Rak, Ortsvorsteher Unterjesingen, und Wolfram Ströle vom Organisationsteam. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung vom Duo LaJazza.

Wie schon bisher wird auch das Kunstdorf Unterjesingen 2024 ehrenamtlich organisiert und der Eintritt ist an beiden Tagen frei. Dennoch ist eine solche Veranstaltung mit Kosten verbunden. So erhalten beispielsweise alle Künst-lerinnen und Künstler, die zum Teil eine weite Anreise haben, eine Aufwandsentschädigung. Möglich ist dies nur durch die Unterstützung der Stadt Tübingen, Lotto Baden-Württemberg, Ritter Sport und der Sparkassenversicherung, bei denen wir uns recht herzlich bedanken möchten. Begleitend zur Ausstellung erscheint auch 2024 wieder ein Katalog mit Beiträgen aller ausstellenden Künstlerinnen und Künstler. Er kann an den beiden Ausstellungstagen am Informationsstand am Anfang der Unteren Straße in Unterjesingen erworben werden. Der Besuch der Kunstausstellung lässt sich gut mit einem Ausflug ins schöne Ammertal zwischen Tübingen und Unterjesingen oder in den Naturpark Schönbuch verbinden und lohnt sich so gleich mehrfach – ein „Muss“ für jeden Kunstinteressierten.

Die 13 ausstellende Künstlerinnen und Künstler sind:
Andreas Heinrich Adler Schorndorf, Hanna Brandmeier Ludwigsburg, Alexandra Deutsch Wiesbaden, Barbara Ehrmann Ravensburg, Pit Eitle Tübingen, Barbara Gräwe Sint-Amandsberg Belgien, Susanne Immer Reutlingen, Manuel Knapp Mühlacker, Boris Petrovsky Konstanz, Martin Pöll Bruchsal, Peter J.M. Schneider Vaals Niederlande, Stefanie Seiz-Kupferer Uhingen, Leonard Staigle, Tübingen. Dazu kommt ein Kunstprojekt der Schüler der Grundschule Unterjesingen